01Werk 01 · Glocke
Die Glocke von
Bad Fischau-Brunn
1695 · Bad Fischau-Brunn · Niederösterreich
Die 1695 gegossene Glocke ist das derzeit früheste bekannte Werk Franz Zechenters. Sie entstand zwölf Jahre nach dem Brand der Pfarrkirche St. Martin und verbindet den Wiederaufbau des Ortes mit dem Beginn seiner nachweisbaren Laufbahn als selbständiger Glockengießer.
Bronze · Ø ca. 63 cm · ca. 120 kg · Franz Zechenter
Details →02Werk 02 · Kanone
Die halbe Kartaune
des Grafen Daun
1724 · Heeresgeschichtliches Museum · Wien
Die 1724 in Ofen gegossene 24-Pfünder-Kanone gehört zu den frühesten bekannten Geschützen Anton Zechenters. Das Rohr verbindet seine Gießerinschrift mit dem Wappen des Grafen Daun und dem kaiserlichen Doppeladler mit ungarischem Wappen.
Bronze · 24-Pfünder · Anton Zechenter · Gussort Ofen
Details →03Werk 03 · Seelenglocke
Husarenturm- /
Seelenglocke
1724 · Matthiaskirche · Budapest
Die kleine Glocke entstand unmittelbar nach einer der großen Katastrophen des barocken Buda. Am 28. März 1723, dem Ostersonntag, brach nach der Osterprozession am Wiener-Tor-Platz ein verheerender Brand aus. Das Feuer breitete sich über die Burgstadt aus und beschädigte auch die Matthiaskirche – damals Liebfrauenkirche – und ihre angrenzenden Gebäude schwer.
Für die Wiederherstellung des Geläuts wurde Anton Zechenter, der junge kaiserliche Stück- und Glockengießer in Ofen, herangezogen. Bereits 1723 goss er mehrere neue Glocken für die Kirche; 1724 folgte diese kleine Glocke für den Husarenturm. Sie diente als Seelen- bzw. Totenglocke. Ihr Mantel trägt Darstellungen des gekreuzigten Christus und der Jungfrau Maria sowie die charakteristische Gießerinschrift Zechenters.
Mehr als zwei Jahrhunderte später wurde die Glocke erneut Zeugin der Zerstörung Budas. Während der Kämpfe um die Burg im Zweiten Weltkrieg traf ein Geschoss die im Turm befindliche Glocke und riss in ihre obere Flanke ein großes, etwa handtellergroßes Loch. Damit war sie als Läuteglocke unbrauchbar. Sie wurde jedoch nicht eingeschmolzen: Das beschädigte Original blieb erhalten und befindet sich heute als Ausstellungsstück im Matthias-Turm.
Bronze · Ø ca. 48 cm · heute ca. 50–60 kg · Gussort Ofen
So verbindet dieses kleine Werk zwei Zerstörungen derselben Stadt: Gegossen wurde die Glocke als Teil des Wiederaufbaus nach dem großen Brand von 1723 – verstummt ist sie durch den Beschuss Budas mehr als 220 Jahre später.
Details →